The Wall on Anti-Gypsyism

Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders – auch bekannt als Helsinki Komitee für Menschenrechte – hat neue Berichte zur Situation der Roma in den sog. Westbalkan-Staaten herausgegeben. Stephan Müller hat den Regionalbericht und die Länderberichte zu Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazadonien und Serbien Ende 2017 vorgelegt. Berichte zu Albanien und Montenegro sollen noch folgen…

http://www.civilrightsdefenders.org

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Abschiebemaschinerie außer Rand und Band

Hessen schiebt 12-jährigen Jungen alleine nach Mazedonien ab
Kindeswohl wird mit Füßen getreten
Die Abschiebung Minderjähriger ohne ihre Sorgeberechtigte*n ist zwar gesetzlich verboten – trotzdem geschieht es !
Presseerklärung des Hessischen Flüchtlingsrats
Frankfurt, den 05.02.2018


Abschiebemaschinerie außer Rand und Band

Hessen schiebt 12-jährigen Jungen alleine nach Mazedonien ab

Kindeswohl wird mit Füßen getreten

Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) beim Regierungspräsidium Gießen hat heute Morgen ein Kind alleine nach Mazedonien abgeschoben, obwohl die allein sorgeberechtigte Großmutter im Krankenhaus in Deutschland liegt.

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Antiromaismus als Motiv für Brandanschläge in Plauen?

Brandanschlagsserie in Plauen

Am Morgen des 5. Februar starben in Plauen zwei Personen beim Brand eines Wohnhauses. Ein Mann und eine Frau, deutsche Staatsangehörige. Vier weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Betroffen war die Dachgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses in der Dürerstraße. Die Menschen in den darunterliegenden Wohnungen konnten sich retten. In dem Haus in der Dürerstraße waren 6 deutsche Staatsangehörige gemeldet und 30 Personen mit anderen Staatsangehörigkeiten. Zum Zeitpunkt des Brandes hielten sich nach Aussagen eines Ersthelfers womöglich noch mehr Leute in dem Haus auf. Viele der BewohnerInnen waren erst seit kurzem in das Haus gezogen. Und zwar deshalb, weil ihr voriges Wohnhaus, wenige Straßen weiter in der Trockentalstraße, kurz zuvor, am 29. Dezember 2017, ebenfalls durch einen Brand unbewohnbar geworden war. Schon zuvor hatte es dort laut dem Verein Romano Sumnal Brände gegegeben. In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember wurden von den mindestens 40 BewohnerInnen 19 verletzt, darunter 8 Kinder. Mit schweren Brandverletzungen wurden eine schwangere 29-jährige Frau und ihr zweijähriger Sohn sowie ein fünfjähriges Kind und eine 39-jährige Frau in eine Spezialklinik eingeliefert. Bei den BewohnerInnen handelte es sich vor allem um Roma aus der Slowakei und aus Rumänien.

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billiglohnparadies balkan

http://www.deutschlandfunkkultur.de/textilindustrie-in-mazedonien-billiglohnparadies-balkan.979.de.html?dram%3Aarticle_id=408471

 

Weltzeit | Beitrag vom 18.01.2018

Textilindustrie in Mazedonien

Billiglohnparadies Balkan

Von Leila Knüppel

In dem kleinen Balkanland Mazedonien nähen Textilarbeiterinnen hauptsächlich für den Export nach Deutschland: Leben können sie von ihrem Lohn kaum.

Wer Schlagworte wie „ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie“ hört, der denkt an Länder wie Bangladesh, China oder Indien. Und so scheint der Schriftzug „Made in Europe“ auf dem Einnäher in Hosen oder Hemden Garant dafür zu sein, dass die Kleidung halbwegs fair hergestellt wurde.

Weit gefehlt: In dem kleinen Zwei-Millionen-Einwohner-Land Mazedonien, auf dem Balkan, gilt die Textilindustrie als eine der wichtigen Branchen. Produziert wird vor allem für Deutschland. Und auch hier können die Arbeiterinnen von dem Lohn kaum leben.

Lohn reicht nicht zum Leben

Weniger als 200 Euro habe sie im vergangenen Monat verdient, erzählt eine Arbeiterin, die seit 20 Jahren in einer Schuhfabrik in der mazedonischen Stadt Stip angestellt ist. Die Firma produziert unter anderem für einen großen Schuh-Discounter in Deutschland.

Die minimalen Lebenshaltungskosten für eine vierköpfige Familie schätzt der mazedonische Gewerkschaftsverband auf etwa 520 Euro. Das heißt, selbst wenn Mutter und Vater vollzeit in der Nähfabrik arbeiten, reicht es nicht zum Leben.

Mindestlohn muss nicht gezahlt werden

Die neue, sozialdemokratische Regierung hat zwar den Mindestlohn auf etwa 200 Euro erhöht. Doch das Gesetz hat Schlupflöcher, die es den Unternehmern ermöglichen, den Mindestlohn zu unterschreiten.

Das Image der Textilindustrie ist so schlecht, dass die Unternehmer Mühe haben, noch ausreichend Arbeiterinnen zu finden. Und das in einem Land mit mehr als 20 Prozent Arbeitslosigkeit.

Schwache Gewerkschaften

Die Situation der Textilarbeiterinnen hat sich in den vergangenen Jahren zwar etwas verbessert: Aber Überstunden und Samstagarbeit sind nach wie vor üblich. Ob diese bezahlt werden, noch immer eher ungewiss.

Trotzdem beschwert sich kaum einer der Angestellten. Aus Sorge, sonst den Arbeitsplatz zu verlieren. Und nur eine Minderheit der Textilarbeiterinnen ist Gewerkschaftsmitglied: Etwa zehn Prozent, schätzt Elizabeta Gelevska von der Gewerkschaft für Textil-, Leder- und Schuhproduktion. Grund dafür: Die Arbeitgeber „erlauben ihren Arbeitern nicht, in die Gewerkschaft einzutreten“.

 

Veröffentlicht unter frauen

von der willkommenskultur zur kultur der ausgrenzung

Von der Willkommenskultur zur Kultur der Ausgrenzung  unerwünschter Geflüchteter

Helfer*innenvereine als Kompliz*innen von Rom*nija-Abschiebungen?

Der folgende Beitrag entstand auf dem Hintergrund der Deportation einer Rom*nija-Familie aus dem Münsterland am 13. Dezember 17 in das Kosovo (wir berichteten darüber). Er versteht sich als Diskussionsangebot, in dem versucht wird, der Frage nach der Einbindung links-alternativer Kreise der Flüchtlingshilfe in die staatlich verordnete Segregationspolitik auf den Grund zu gehen

Im Fall der Mitte Dezember, trotz eines laufenden Petitionsverfahrens, nach Kosovo abgeschobenen Rom*nija-Familie B. aus Drensteinfurt/Kreis Warendorf im Münsterland (wir berichteten darüber) war der Petitionsausschuss bereits im November oder Anfang Dezember von der ABH darüber informiert worden, dass der Ausgang der Petition nicht abgewartet, sondern abgeschoben wird, sobald die Vorbereitungen dazu abgeschlossen wurden. Die grüne Berichterstatterin in dieser Petition hat daraufhin nicht mich als Petentin gewarnt, sondern nur mit dem örtlichen Helfer*innenkreis gesprochen. Von dort war (mir gegenüber) die Familie als Lügner und Kriminelle stigmatisiert worden, die sich gegenüber den Helfer*innen z.B. bei der Ausgabe von Sachspenden nicht als dankbar erwiesen, sondern im Gegenteil „wie Chefs aufführen“ würden. Erst nach der vollzogenen Abschiebung, durch die der älteste, zufällig nicht angetroffene 17-jährige Sohn von seinen Eltern und Geschwistern rechtswidrig getrennt wurde, informierte mich eine wiss. Mitarbeiterin im Petitionsausschuss über die Gründe u.a. wie folgt:

„…Ich muss leider aus aktuellem Anlass noch anfügen, dass sich die Flüchtlingshilfe vor Ort nicht für einen Verbleib der Familie ausgesprochen hat, da sie durch ihr u.a. auch kriminelles Verhalten für die Flüchtlingsarbeit in vielfacher Hinsicht eine Belastung war, gegenüber anderen Familien, die sich stetig um Integration bemühen und ebenfalls um ihren Aufenthalt bangen. Das…wurde uns aber von verschiedenen Seiten zugetragen. Die engagierten Flüchtlingshelfer vor Ort haben uns bereits signalisiert, dass sie sich in diesem Fall nicht engagieren möchten…“

Der Petitonsausschuss sollte sich dieser „Bewertung“ der Familie anschließen: Weiterlesen

ba.-wü.: innenminister lehnt ersuchen der hfk für romafamilie ab

Mitteilung über drohende Abschiebung der Roma-Familie S. aus Stuttgart: Die folgende Nachricht und Petition wurde über change.org verbreitet. Zur Mitunterzeichnung der Petition bitte auf die Seite von change.org gehen:

„Kurz vor Weihnachten lehnte Innenminister Strobl den Härtefallantrag für die serbische Familie Stojanovic ab, obwohl die baden-württembergische Härtefallkommission die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis wegen guter Integration der Familie befürwortete.

Dies macht uns fassungslos und empört!

Jetzt droht dieser Stuttgarter Familie die Abschiebung. Dies können und wollen wir nicht akzeptieren! Es kann nicht sein, dass jetzt auch Menschen, die beste Integrationsleistungen vorweisen können, keine Chance mehr über einen Härtefallantrag haben – nur weil sich der Innenminister mit rücksichtsloser Aufenthaltsbeendigungspolitik profilieren will. Dies steht in krassem Gegensatz zu Äußerungen wie: „Es kann doch nicht sein, dass wir Menschen zurückschicken, die von unseren Handwerkern und Betrieben dringend benötigt werden“ (Winfried Kretschmann).

Als Roma drohen den Stojanovics in ihrem „sicheren Herkunftsland“ Serbien dauerhaftes soziales Elend und rassistische Diskriminierung. In Deutschland hätten sie die Chance auf ein würdiges und eigenständiges Leben.

Wir fordern mit unserer Petition:

  • Dauerhaftes Bleiberecht für die Familie Stojanovic!
  • Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25a Aufenthaltsgesetz, weil die Familie seit  über vier Jahren in Deutschland lebt und alle Voraussetzungen dieses Gesetzes erfüllt!
  • Roma vor Diskriminierung schützen statt abschieben!

Viele Grüße,
Katharina Künstler & Erstunterzeichner/-innen“

neues zur abschiebung der romafamilie b. aus kreis warendorf

Die Abschiebung der Familie B. mit 4 schulpflichtigen Kindern – davon 2 in Deutschland geborenen – aus Kreis Warendorf Mitte Dezember 2017 hat trotz ausbleibender Solidarität vor Ort (lesen Sie dazu hier weiter unten die Weihnachtsbotschaft 2017) ein beachtliches Echo hervorgerufen.

So schrieb der Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Mitglied des Innenausschusses Prof.Dr. Dietmar Köster an den für die Abschiebung der Familie verantwortlichen Landrat Dr. Gericke einen offenen Brief, nachdem er über die erfolgte Abschiebung  u.a. vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma erfahren hatte.

Den offenen Brief lesen Sie bitte hier:Schreiben Landrat Warendorf Abschiebung Bardosana 15.01.18-1

Die Gründe, warum die Abschiebung rückgängig gemacht und die getrennte Familie wieder in Deutschland zusammengeführt werden muss, sind hier zusammengefasst: Weiterlesen

proteste gegen abschiebelager

Presseerklärung Bamberg Refugees, 15.1.2018:

Demonstration, Mittwoch, 17. Januar 2018, 12:00 Uhr AEO Bamberg
(Erlenweg 4, 96050 Bamberg)

Stellungnahme:

Gegen die Unmenschlichkeit! Stoppt das Lagersystem! Wir sind Geflüchtete, keine Gefangene! Against inhumanity! Stop the camp system! We´re refugees, not prisoners!

Wir sind Geflüchtete aus verschiedenen Ländern, die alle vor den gleichen Problemen stehen:  Wir leben in der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO), dem Lager von Bamberg. Wir haben nach Sicherheit und einem Leben in Frieden gesucht. Aber was wir hier erleben ist kein Leben. Deshalb stehen wir auf und wehren uns –  gegen die Unmenschlichkeit und die Schikanen des Bamberger Lagersystems. Am Mittwoch den 17.01.2018 gehen wir raus und tragen unseren Forderungen auf die Straße. Unsere Forderung nach einem Leben in Würde. Wir rufen alle Geflüchteten in der AEO Bamberg, ebenso wie alle Unterstützer*innen, Helferkreise und Organisationen auf, sich dieser friedlichen Demonstration am Mittwoch, 17.01.2018, 12:00 Uhr, AEO Bamberg, (Erlenweg 4, 96050 Bamberg) anzuschliessen.

Unsere Situation ist folgende: Wir kommen traumatisiert Weiterlesen

spenden

Für wen können Sie spenden

Die Forschungsgesellschaft Flucht & Migration e.V. wirbt neben der Unterstützung von Watch The Med Alarmphone über die Seite ffm-online.org mit eigenem Projekt für Spenden zur Unterstützung von aus Deutschland abgeschobenen Roma-Kindern. Bitte geben Sie mit Ihrer Spende auf das FFM-Konto bei der

Sparkasse der Stadt Berlin
IBAN: DE68 1005 0000 0610 0242 64
BIC: BELADEBEXXX

unbedingt das Stichwort „Zukunft für Roma-Kinder“ an, wenn Ihr Geld direkt abgeschobenen Roma-Kindern zugute kommen soll.

Freie, nicht zweckgebundene oder mit FFM gekennzeichnete Spenden kommen der Arbeit der Forschungsgesellschaft Flucht & Migration e.V. zugute.

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Die Forschungsgesellschaft Flucht & Migration e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Ihre Spende ist daher steuerlich absetzbar. Die steuerliche Spendenhöchstgrenze liegt bei 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Darüber hinaus gehende Beträge sind auf die nächsten Jahre übertragbar.

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Bei einer jährlichen Spende in Höhe von maximal 200 € reicht es, wenn Sie sich eine vereinfachte Spendenbescheinigung ausdrucken, ausfüllen und eine Buchungsbestätigung (z.B. Kontoauszug) dazulegen. Eine entsprechende Vorlage können Sie sich hier herunterladen.

Übersteigt der gespendete Beitrag 200 €, stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne eine Spendenbescheinigung aus, die wir Ihnen mit der Post oder per mail zuschicken. Geben Sie deshalb bei Ihrer Überweisung eine vollständige Postanschrift oder eine mail Adresse an.

Wenn Sie mehr als einmal im Jahr spenden, schicken wir Ihnen keine Einzelquittung, sondern zu Beginn des Folgejahres eine Jahresspendenbescheinigung für das jeweilige Vorjahr zu.